Eine Theorie: Der Name wurde im 18. Jahrhundert vom frühneuhochdeutschen Wort "schripfen" abgeleitet. Dieses Verb bedeutete so viel wie aufreißen, aufkratzen oder mit dem Messer einritzen. Eine Schrippe ist also die Berliner Bezeichnung für ein Weißbrötchen mit aufgerissener Rinde, wie man hier schön sieht.
Tatsächlich schneiden oder ritzen wir unsere Schrippen aber nicht ein, sondern falten jeden einzelnen Teigling mit den Fingern in diese Form. Beim Backen gehen die beiden Seiten dann auf und die Schrippen bekommen ihre charakteristische Form. Mal mehr, mal weniger, das hängt wiederum mit dem Sauerteig zusammen. Stimmten hier alle Parameter, damit dieser optimal arbeiten kann oder hätte er es wärmer oder kälter gebraucht? Vielleicht war auch die Gare zu kurz, oder zu lang, oder der Teig wurde nicht sanft genug aufgearbeitet.
Deutlich rauszulesen: Beim Verzicht auf Hefe wird's kniffliger mit den Weizenkleingebäcken. Doch weil wir es langweilig fänden, den Teig durch den Verlässlichkeitsgarant Hefe immer identisch zu halten und jegliche Schwankungen zu unterbinden, machen wir es trotzdem ausschließlich mit Sauerteig. Außerdem schmeckt die Schrippe dann viel besser.
Schrippen gibt es nur bei uns in Moabit, von Dienstag bis Samstag, und sie kosten 1 Euro pro Stück.